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von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe konnten am 8. Speiltag der Saison ihren 6. Saisonsieg einfahren. Beim deutlichen 44:22-Sieg gegen den SSV Lübbenau spielten die Wölfe jedoch 60 Minuten lang in Überzahl, da der SSV in akuter Personalnot war. Trotzdem trat die Truppe von Mario Reinke an und ermögliche Daniel Grau somit sein Abschiedsspiel.

grau tschues"Ich habe vergessen, was ich sagen wollte." Daniel Grau steht mit dem Mikrofon in der Hand auf dem Spielfeld. Vor ihm haben sich die Zuschauer erhoben, hinter ihm steht die Mannschaft Arm in Arm hinter dem Spanier. Er will Danke sagen für eineinhalb Jahre im Wolfsrevier. Er bedank Die Zuschauer applaudieren, seine Teamgefährten nehmen ihn in den Arm, Grau kann die Tränen nicht mehr zurückhalten. Die weibliche B-Jugend überreicht dem Spanier ein Shirt, Jugendspieler geben ihm Andenken mit auf die Heimreise.
Große Emotionen nach einem spannungsarmen Handballspiel.

Bereits vor dem Spiel droht ein einseitges Spiel. Lübbenau kommt mit nur fünf Feldspielern. Weil selbst der Torwart spontan absagen musste, stellt sich einer der fünf sogar noch in die Kiste. 60 Minuten doppelte Überzahl für die Wölfe, die mit einer vollen Bank antreten. "Großer Respekt vor Lübbenau, dass sie dennoch angetreten sind. Wer fährt gern unter solchen Voraussetzungen zu einem Auswärtsspiele? Aber so hatte Daniel immerhin sein Abschiedsspiel", sagt MTV-Coach Michael Löhnwitz glücklich über das Antreten des SSV.

Die dezimierte Mannschaft des SSV beginnt sogar richtig gut. Uwe Kammerer trifft zum 0:1, Olaf Benack kurz darauf zum 1:2. Wünsdorf fehlt noch die Anspannung im Spiel. In der vierten Minute dreht Max Hawaleschka das Spiel, bringt den MTV mit 3:2 in Führung. Danach macht Wünsdorf einfache Abwehrarbeit. Durch die zwei Mann weniger leistet sich Lübbenau viele Fehlpässe und -würfe. Wündorf nutzt den Vorteil, kontert viel. Pienz erhöht auf 7:2 (9.). die Punkte waren früh verteilt. Trotzdem sah Löhnwitz nicht das, was er erwartet hatte. "Die Abwehr stand nicht gut", bemängelt er die fehlende Konsequenz im Defensiv-Spiel. Wünsdorf kassiert zu viel Gegentore, nimmt beim Stand von 11:5 die Auszeit (15.).

Der MTV setzt sich zwar immer weiter ab, bekommt aber hinten die Rückraumwürfe der Gäste nicht unter Kontrolle. Die doppelte Überzahl wird nicht konsequent genug ausgespielt. Lübbenau macht das Spiel langsam, verständlich bei dieser konditionellen Belastung. Trotzdem schafft der SSV immer wieder leichte Tore aus der Mitte.

 

Halbzeitstand: MTV Wünsdorf 1910 – SSV Lübbenau 24:11

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grau ballAuch in Hälfte zwei bietet das Spiel wenig Spannung. Lübbenau-Keeper Thomas Weiß tritt zu drei Siebenmetern an. Zwei von ihnen kann er sicher verwandeln. Als in der 45. Minute die Wölfe ihren ersten Siebenmeter bekommen ruft die Halle "Daniel, Daniel, Daniel" und will unbedingt Daniel Grau an der Linie sehen. Der kommt von der Bank, trifft zum 34:18. Jede Aktion des Spaniers wird lautstark gefeiert. Das Spiel ist entschieden, jetzt wird es eine Abschiedsparty.

Denny Philipp betritt noch die Platte. Der Co-Trainer, der in dieser Saison bereits wegen Personalmangels in der ersten Mannschaft aushalf, hat diesmal einen persönlichen Grund, wegen dem er spielt. "Daniel hat zuvor gesagt: Denny wir haben noch nie zusammengespielt. Ich will unbedingt nochmal mit dir zusammenspielen. Den Wunsch wollte ich ihm unbedingt erfüllen", so Philipp.

Carsten Rackowski spielt den Ball lang auf Levent Altin. Kurz vor dem Kreis, schon in der Wurfbewegung, legt er den Ball einen halben Meter quer auf Daniel Grau. "Eine richtig tolle Aktion von ihm", lobt auch Ralf Karg von der zweiten Mannschaft nach dem Spiel. Nur wenige Sekunden später netzt er wieder – 39:19 (51.). Pienz trifft eine Minute vor dem Ende zum 44:22-Endstand. 20 Sekunden vor der Sirene hat Grau sogar noch einen Konter auf der Hand, verfehlt aber die Kiste knapp. Gegen die vier kämpfenden SSV-Feldspieler zeigen die Wölfe über 60 Minuten keine gute Chancenverwertun, die dezimierte SSV-Mannschaft bleibt wegen der doppelten Unterzahl aber dennoch ohne Chance. Die Wölfe klettern mit dem Sieg auf den dritten Platz, liegen weiterhin drei Punkte hinter Tabellenführer Guben und einen Punkt hinter der SG Schöneiche.

Ein paar Torszenen im Video

Nach dem Spiel wird gefeiert. Auf Grau wartet eine Überraschungsparty, heimlich und spontan organisiert von vielen Wölfe-Mitgliedern.