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taser derby neu

von Conrad Hipp

zwgDer MTV Wünsdorf hat das Derby gegen die SG Schöneiche knapp verloren. Die Wölfe müssen nach der 30:31-Niederlage ohne Punkte nach Hause gehen. Beim Auswärtsspiel lieferten sich die SGS und der MTV einen starken und fairen Derby-Fight, mit dem glücklicheren Ende für die gelben.

Bereits 90 Minuten vor dem Anpfiff treffen die Wölfe vor der Mehrzweckhalle in Mittenwalde ein. Aber nicht nur Spieler und Trainer warten vor der Halle auf deren Öffnung. Auch die ersten Fans haben den Weg zur Halle schon hinter sich gebracht. Als die Wölfe das Parkett betreten. sind bereits 20 Anhänger aus dem Wolfsrevier zu zählen. Bis zum Anpfiff werden es über 100, die das erste Derby zwischen den ersten Mannschaften der SG Schöneiche und dem MTV Wünsdorf seit der Saison 1980/81 sehen wollten. Mitten drin sitzt auch Nils Seegebrecht, der wegen seiner Viruserkrankung immer noch fehlt. "Die Finger jucken richtig", sagt er wenige Minuten vor dem Spiel. Auch für Steven Werner, der vor sechs Jahren eine Spielzeit in Wünsdorf verbrachte, war die Partie etwas besonderes. "Ich kenne ja von damals noch zwei Spieler, das ist schon was tolles", so Werner.

Das Spiel beginnt auf Schöneicher Seite ohne den Ex-Wolf Leroy Ulbrich. Wünsdorf startet mit Carsten Rakowski im Tor. Max Hawaleschka, Lars Baumann, Ronny Lange, Marcel Missal, Christian Mertes und Daniel Grau legen auf dem Feld los. Die Trommeln des großen Wölfe-Fanblocks beginnen zu vibrieren, der gesamte Block stimmt mit ein. Missal lässt es nach 25 Sekunden das erste Mal klingeln, guter Start. Doch dann legt die SGS los, kann in der Anfangpahse durch Enrico Raasch auf 6:3 stellen (9.), Zeit um etwas zu verändern. Nils Barsch kommt in die Kiste, soll die Abwehr neu sortieren. Nach elf Minuten fällt Florian Holz unglücklich auf die Schulte, muss verletzt raus.

torhueterDie Offensivreihen zeigen zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen. Schöneiche verschleppt das Tempo, baut langsam den Angriff auf reizt die Zeit aus. Wünsdorf ist schneller, baut fix den Druck auf die Abwehr auf. Das bekommt Schöneiche zu spüren. Nach einem Treffer von Raasch schaltet die SGS-Sechs so langsam um wie ihr Angriffsspiel zu dieser Zeit und wird von Ronny Lange überrannt. Als sich die Abwehr umdreht, ist Lange schon ran – 7:6 (14.). Direkt danach drückt Lange die Murmel in den Winkel – 7:7. Wünsdorf wieder ran.

Was jetzt auf dem Parkett passiert, ist ein starker Derbyfight. Auf ausgesprochen fairer Basis geben sich beide Teams nur wenig Luft zum Atmen. Der Spielstand wechselt hin und her, genauso wie die Trommelschläge der Wünsdorfer und Schöneicher Anhänger. "Ein tolles Derby", freut sich auch die Schöneicher Torwart-Legende Marco Zwanzig auf der Tribüne.

Das Spiel zeigt ein starkes Niveau, an welches sich leider die Schiedsrichter nicht anpassen konnten. Viele Schrittfehler werden nicht geahndet, insgesamt fehlt den Unparteiischen die klare Linie im Auftritt. Beeindrucken lassen sich die Akteure davon aber nicht. Baumann netzt zur ersten Wölfe-Führung ein (8:9/18.), aber das Spiel bleibt knapp. Kurz vor dem Pausentee hat die SGS eine sichere Konterchance, läuft zu Viert gegen zwei Wölfe an, Raasch schließt ab, Barsch hat den Fuß dran. Ein Spiel voller Anspannung und zunehmend wird das Spiel auf der Tribüne zu einem Heimspiel für die Wölfe.

Nils Barsch macht wieder Alarm, schickt nach einer Parade Max Hawaleschka zum Konter – 12:12 (26.). In der Folge beginnt Schöneiche, Spielmacher Ronny Lange in Manndeckung zu nehmen, bringt damit den Rhythmus etwas durcheinander. Kurz vor der Pause lässt es Lange mit einem Block in der Abwehr krachen, Justin Rackwitz schickt Hawaleschka auf die Reise, der wenige Sekunde vor der Pause zum 14:14 trifft. Mit dem Halbzeitstand haben sich alle abgefunden, dann rücken die Schiedsrichter aber nochmal in den Fokus. Schöneiche macht das Spiel mal schnell, Raasch schließt von Linksaußen ab. Als er den Fuß aufsetzt, ertönt die Sirene. Danach wirft er den Ball ins Tor – klar nach der Sirene. Die Schiedsrichter geben das Tor, eine Fehlentscheidung. "Das Ding hättest du nie geben dürfen", gibt auch Zwanzig zu.

"Wünsdorf hat das ziemlich gut gemacht. Unsere Abwehr hat den Angriff nicht in den Griff bekommen und so konnte Wünsdorf zu viele einfache Tore machen", sagt Steven Werner nach dem Spiel.

yellowrose

Halbzeitstand: SG Schöneiche – Wünsdorfer Wölfe 15:14

 

Den unberechtigten Rückstand gleicht Missal früh wieder aus, legt sofort das 15:15 ins Netz. Wünsdorf kämpft, die jungen Spieler der Wölfe ackern sich über einen tollen Kampfgeist richtig ins Spiel hinein. Nach 42 Minuten steht es 20:20, dann kommt der ehemaligen Wünsdorfer Ulbrich auf die Platte. Die ersten drei Würfe sind Fahrkarten. Barsch hält, die Latte rettet, der dritte geht ins Aus. Doch Ulbrich behält den Kopf oben und macht weiter. Der MTV leistet sich vier Fehlwürfe in Folge, verliert dadurch den Anschluss. Ulbrich trifft zum 26:22, Asuzeit MTV (49.). "Leroy ist von Anfang an sehr cool mit der Sache umgegangen. Ich denke, er hat sich sehr gefreut, gegen seine alten Kameraden zu spielen", sagt Steven Werner, der statt Ulbrich alle Siebenmeter warf.

"Wir waren in dieser Phase vielleicht nicht clever genug, sonst hätte das Spiel anders ausgehen können", sagt MTV-Trainer Michael Löhnwitz. In der Schlussphase wird es zwischenzeitlich hektisch. Schöneiche will schnell umschalten, Steven Werner rennt dabei Marcel Missal über den Haufen. "Das war keine Absicht, ich habe ihn wirklich nicht gesehen", gibt er später zu. Im selben Moment leistet sich Ulbrich einen Fehlpass. Die Schiedsrichter unterbrechen, Missal wird behandelt. Es geht weiter mit einem Freiwurf für Schöneiche. Warum? Schiedsrichterlogik! Den Wölfe-Fans passt diese Fehlentscheidung überhaupt nicht. Werner wird in den folgenden Minuten ausgepfiffen, antwortet sportlich mit einem Tor aus dem Rückraum. "Das hat mich noch angestachelt. Ich konnte ja gut antworten", so Werner.

Wünsdorf versucht jetzt mit Lars Baumann in der Offensive, den Anschluss herzustellen. Baumann setzt einige gute Akzente, bringt die Wölfe wieder heran. "Ich dachte mir, jetzt muss was passieren. Ich durfte ja dann auch im Angriff ran und wollte dem Trainer einfach zeigen, dass er im Angriff auf mich setzen kann". Zeigt er mit Erfolg! Nach einem langen Pass von Barsch trifft Levent Altin zum 28:27. Wünsdorf kämpft sich zum dritten Mal in diesem Spiel wieder heran. Sechs Minuten noch auf der Uhr und der Spielausgang völlig offen. Doch am Ende ist Schöneiche den einen Tick routinierter, Wünsdorfs junges Rudel zahlt in einem starken Derby am Ende etwas Lehrgeld. "Schöneiche ist spielerisch derzeit einfach besser als der MTV, aber bei dem Nachwuchs in Wünsdorf könnte sich das in den nächsten Jahren ändern", sagt Marco Zwanzig.

Mit dem Abpfiff kann er aber zunächst einmal den Sieg seiner Sportgemeinschaft feiern. Schöneiche siegt mit 31:30 und zieht in der Tabelle am MTV vorbei. Schöneiche und ein Wünsdorfer mitten drin. "Das ging mir schon etwas nahe", erklärt Ulbrich nach dem Spiel seine wechselnden Gefühle. Seine fünf Tore in der Schlussviertelstunde waren mitentscheidend dafür, dass Schöneiche am Ende knapp siegen kann. Am Ende macht die Erfahrung den Unterschied von einem Treffer, Wünsdorf verlässt mit erhobenem Haupt das Feld. "Die Mannschaft hat bis zum Ende gekämpft und hat nie aufgegeben", lobt auch Löhnwitz seine Schützlinge und will auch die Zuschauer nicht vergessen. "Ein großes Kompliment an die Zuschauer. So eine Stimmung bei einem Auswärtsspiel ist echt beeindruckend".

publikum

 

Abteilungsleiter Denny Philipp schreibt an die Wölfe-Fans

"Atemberaubendes Feeling"

von Denny Philipp

Liebes Wolfsrudel,

ich fand es ein atemberaubendes Feeling in der Halle. Die angehenden Männer fanden es auch krass, dass so viele MTV-Anhänger zur Unterstützung da waren. Ich möchte mich im Namen der Abteilungsleitung und der Mannschaft für diese großartige Unterstützung bedanken. Auch wenn es am Ende nicht für die zwei Punkte gereicht hat, haben wir in einem fairen und spannendem Derby eine junge und wilde Mannschaft gesehen, die noch viel vor hat und dieses Erlebnis aus Mittenwalde für Ihre Erfahrung benötigt. Unsere A-Jugend-Spieler sind ein wenig an der Erfahrung der SG Schöneiche gescheiertet – und vorallem an ihrer Nervosität.

Wir sind mit unserer ersten Männermannschaft auf einem guten Weg und wir müssen den Jungs auch die Zeit für Ihre Entwicklung geben. Die Derby-Niederlage ist kein Weltuntergang, sondern eine weitere Lehrstunde. Dieses hungrige Team benötigt weiterhin hin die Unterstützung unserer Anhänger. Wir haben als Abteilungsleitung ein langfristiges Ziel mit dieser Mannschaft. Deswegen ist alles im grünen Bereich. Wir haben ein faires und spannendes Derby gesehen und dafür möchte ich mich bei Gastgeber und allen Zuschauern bedanken.

 

Fotogalerie

 

 

SGS gewinnt Teil I der Stadtmeisterschaft

Quelle: sg-schöneiche.de

von André Kasbuke

Im fremden Territorium wildern ist nicht – das mussten die Wünsdorfer Wölfe heute gegen die SG Schöneiche erfahren. Oder anders: die zwei Punkte bleiben bei der SGS.
170 zahlende Zuschauer hatte die Mittenwalder Mehrzweckhalle bisher noch nicht gesehen. Und sie bekamen ein intensives, aber über weite Strecken faires Derby geboten. Dabei haderten die Gäste im Nachhinein mit einem Schöneicher Treffer, der eigentlich nicht hätte zählen dürfen. Aber dazu später mehr.
Von Beginn an legten die Akteure auf dem Parkett ein hohes Tempo vor. Schöneiche hatte zwar zwischenzeitlich einen Drei-Tore-Vorsprung, doch der MTV schaffte es immer wieder, den Ausgleich herzustellen. Vor allem Steven Werner auf Schöneicher und Ronny Lange auf Wünsdorfer Seite prägten mit ihren Offensivaktionen die Partie. Als dann beim Spielstand von 14:14 bereits die Pausensirene erklang, landete der Ball noch einmal im Wünsdorfer Netz - und der Treffer zählte. Eine Fehlentscheidung, wie die MTV-Seite nicht ganz zu Unrecht meinte. Aber da die Schiedsrichter in der Anfangsphase einen Treffer des MTV anerkannten, obwohl sie die Aktion bereits abgepfiffen hatten, vergisst man dann recht schnell.
Letztlich spielentscheidend war aber eine taktische Maßnahme von Spielertrainer Elmar Klotz-Urbaniak. Für die zweite Halbzeit beauftragte er Christopher Ewald bzw. Florian Holz, den Wünsdorfer Leitwolf Lange in Manndeckung zu nehmen. Eine Aufgabe, die seine Schützlinge mit Bravour meisterten. Durch die Herausnahme ihres Spielgestalters verlor die junge Gäste-Mannschaft zwischenzeitlich ihren Rhythmus, was die Hausherren zu ihrem Vorteil ausnutzen konnten. Nach rund 40 Minuten waren sie mit vier Treffern enteilt. Zwar kämpften sich die Wünsdorfer wieder heran, eine eigene Führung gelang ihnen bis zur Schlusssirene allerdings nicht mehr.
Unterm Strich kann man sich sicher sein: halten beide Teams die heute gezeigte Form, können beide bis zum letzten Spieltag oben mitspielen.

 

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