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von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe haben sich eine Woche vor dem Derby in Schöneiche am Reviernachbarn vorbeigeschoben. Nach dem überzeugenden 40:25 (19:11)-Erfolg der Wölfe geht der MTV auf Platz zwei in die Derbywoche. Vor den Augen von Ex-Wolf Leroy Ulbrich, der in der kommenden Woche gegen seine alte Truppe antreten wird, überzeugten die Wölfe erneut durch eine geschlossene Mannschaftsleistung.

Vor dem Spiel wird der Handball zur Nebensache. Die Spieler bilden auf dem Spielfeld einen Kreis und legen eine Schweigeminute für die Opfer der Pariser Terroranschläge vom Freitagabend ein. Bildschirmfoto 2015-11-15 um 16.10.43

Die Wölfe starten erstmals in dieser Spielzeit mit Carsten Rakowski im Tor. Vor ihm bauen Max Hawaleschka, Justin Rackwitz, Ronny Lange, Marcel Missal, Dominic Pienz und Daniel Grau den ersten MTV-Angriff auf. Die Wölfe beginnen stark. Missal stellt allein binnen drei Minuten auf 3:2. "Ich hab gut reingefunden. Ich musste mich ja im Wechsel mit Lars beweisen", scherzt der Scharfschütze nach dem Spiel. Neun Tore erzielen die Wölfe allein in den ersten neun Minuten! Bad Liebenwerda, hinten offen, nimmt früh die Auszeit. Der Torwartwechsel bringt zunächst etwas Ruhe in die Abwehr von Bad Liebenwerda. Oliver Jahn kriegt einige Finger an die Würfe der Wölfe, zuvor hatte Christian Winter damit seine Probleme. 

Bad Liebenwerda schafft es trotz einiger Paraden des Keepers nicht, den Anschluss herzustellen. "Ich war überrascht, wie schwach Bad Liebenwerda aufgetreten ist", wundert sich Tribünen-Gast Ulbrich. Wünsdorf baut trotz fünf torloser Minuten den Vorsprung aus. Nach einer Rakowski-Parade spielt Pienz den langen Ball auf Hawaleschka, der zum 16:8 trifft (21.). "Es hat Spaß gemacht, soviel zu spielen. Man konnte einiges testen und zeigen was man kann", erzählte der gut aufgelegte Dominic Pienz, der immer wieder mit tollen Pässen und gutem Einsatz glänzte. Insgesamt nimmt Wünsdorf nur kurz das Spiel der Gäste an, konzentriert sich sonst aufs eigene Spiel. Nach einem Fehlpass schaltet Baumann am schnellsten, holt den Ball kurz vor dem Seitnaus und bedient Hawaleschka, der richtig in Konterlaune ist – 19:9 (28.). Bis zur Pause kann Bad Liebenwerda noch zwei einfache Tore erzielen, sodass der Deckel noch nicht endgültig drauf ist.

 

Halbzeitstand: MTV Wünsdorf 1910 – HC Bad Liebenwerda II 19:11

"Wir haben uns in der ersten Hälfte kurz vom schwachen Spiel der Gäste anstecken lassen. In der Pause haben wir uns wieder zurechtgerückt", erzählt Pienz. Das zeigen die Wölfe auf der Platte, Missal mit zwei schnellen Buden zum 21:11, danach bedient Ronny Lange Daniel Grau am Kreis – 22:12 (33.). In der Folge kapituliert Bad Liebenwerda immer mehr. Das liegt zum einen an den vielen Kontertoren, die der MTV vorwiegend über Hawaleschka erzielt. Zum anderen aber auch, weil die Gäste sich zunehmend mehr mit anderen Dingen als dem eigenen Handballspiel beschäftigen. Statt nach einem Ballverlust den Rückwärtsgang einzulegen, lamentieren die in blau gekleideten mit den Schiedsrichtern. Auch Keeper Winter, der inzwischen wieder zwischen den Pfosten steht, sieht aus dem eigenen Kasten vermeintlich deutlich mehr als die Schiedsrichter auf dem anderen Ende des Feldes. 

Wünsdorf kontert und spielt sich trotz reichlicher Fehlwürfe Richtung 40-Tore-Marke. Angeführt vom spärlich manngedeckten Lange produzieren die Wölfe Torchancen in Hochkonjunktur, erlauben sich trotz des hohen Spielstandes sogar noch viele Fehlwürfe. Aber in der Abwehr lässt man den Gästen wenig Platz, zudem fällt Bad Liebenwerda kaum was ein. Trotz intensiver Abwehrarbeit bekommt der MTV erst in der 55. Minute die erste Zeitstrafe wegen eines Fouls. Es blieb die einzige.

Fünf Minuten vor dem Ende fischt sich Daniel Grau auf Linksaußen einen Abpraller. Die Abwehrreihe der Gäste hat sich mittlerweile aufgelöst wie eine Brausetablette, sodass Grau quer spielen kann auf Missal, der am Kreis parkt und die Kugel ins leere Tor drückt – 39:22!

Fünf Minuten noch für ein Tor, denn: 40 Tore heißt, dass der Trainer eine Kiste Bier spendiert. Und genau das lähmt die Wölfe wohl. Bis fünf Sekunden vor Schluss dauert es, bis Hawaleschka das 40. Mal die Kugel über die Linie drückt – kurz danach ertönt die Schlusssirene. "Ich habe ihm schon mindestens 100 Sprints fürs nächste Training angekündigt", nimmt es Michael Löhnwitz nach der Partie mit Humor. Hawaleschka grinst darüber, freut sich gemeinsam mit Missal über die 20 Tore, die sie gemeinsam erzielten. "Abgesprochen haben wir uns nicht, aber irgendwer muss ja die Kontertore machen", lacht Missal, der sich mit Hawaleschka über die 60 Minuten ein Duell um den besten Werfer der Partie lieferte.

"Insgesamt haben wir uns heute ein paar Fehlerchen erlaubt. So blöd es klingt bei 40 Toren, aber wir hatten doch einige Fehlwürfe und es hätten auch gerne ein paar Gegentore weniger sein können. Aber ich bin schon sehr zufrieden mit dem Spiel", resümierte Löhnwitz. Auch die Spieler waren zufrieden. Pienz: "Das war heute eine tolle Teamleistung. Großes Lob an die Mannschaft! 

Gut gelaunt geht der MTV somit ins Derby. Am Sonntag um 16.00 Uhr spielen die Wölfe bei der SG Schöneiche vor, die nur einen Punkt hinter dem MTV liegen. 

 

Der Spielbericht des Gegners

Quelle: hc-bl.de

Enttäuschende Leistung

Trotz der Tatsache, dass nicht alle Spieler zur Verfügung standen, wollte die Kurstadtreserve ein gutes Spiel abliefern. Der HC II konnte jedoch in keiner Phase des Spieles das umsetzen, was man sich vorgenommen hatte.
Die Gastgeber bestimmten mit schnellen und druckvollem Umkehrspiel von Beginn an die Partie. Obwohl man diese Tatsache vor dem Spiel nochmals ansprach, auf dem Parkett schien das vergessen zu sein. Eine zeitige Auszeit brachte dann zwar zeitweise Besserung, ohne jedoch den Rückstand zu verkürzen. Hinzu kam die recht robuste, teils überharte Spielweise des MTV, welche den Kurstädtern zu schaffen machte. Geduldet und recht einseitig von den Schiedsrichtern ausgelegt, baute sich beim HC mehr und mehr Resignation auf. Entscheidend war jedoch die ungenügende Einstellung eines jeden, bis an die Grenzen zu gehen, das Resultat zu optimieren. Mehr und mehr versagten dann auch noch die Nerven im Abschluss, sonst wäre der Spielverlauf weiterhin nicht eindeutig verlaufen. Die Wünsdorfer zogen ihr Spiel konsequent durch und konnten ihr Torverhältnis aufbessern. Beim HC wartete man nur noch den Schlusspfiff und bangte, das sich nicht noch jemand verletzen würde.
Bleibt das Fazit: Nur im Bestbesetzung ist der HC in der Lage gegen Mannschaften dieses Formates mitzuspielen. In den beiden kommenden Begegnungen hofft man darauf, den einen oder anderen wieder an den Start bringen zu können.

 

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