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Der MTV Wünsdorf hat das Spitzenspiel des Landesliga-Wochenendes gegen Chemie Guben mit 19:29 (9:13) verloren. Die Gäste aus der Grenzstadt unterstrichen deutlich ihre Favoritenrolle und spielten den MTV clever aus. Der ersatzgeschwächte MTV konnte dennoch lange mithalten und zeigte mit der jungen Truppe gute Ansätze. Top-Werfer des Spiels waren Gubens Marcel Burtchen und Markus Nowitzki sowie Wünsdorfs Max Hawaleschka mit jeweils acht Toren.

Nach dem erfolgreichen Saisonstart stand für den MTV Wünsdorf das wohl schwerste Heimspiel der Saison an. Gegen den Staffelfavoriten wollten die Wölfe mit ihrer jungen Truppe solange wie möglich mithalten und erlebte einen Reifeprozess. Mit acht Ausfällen im Gepäck lichtete sich das MTV-Lager vor dem Spiel, mit im Kader stand auch wieder Co-Trainer Denny Philipp.

hawa-buIns Spiel: Wünsdorf startet mit Nils Barsch im Tor sowie Marius Luchmann, Christian Mertes, Justin Rackwitz, Rijad Jahic, Ronny Lange und Max Hawaleschka auf der Platte. Linksaußen Hawaleschka legt gleich richtig los. Nach einem Steal von Luchmann und einem Pass von Mertes netzt der Nachwuchsspieler zum 1:1 ein, macht auch danach das 2:2 und besorgt nach einem Bock von Luchmann und einem weiteren schnellen Umschalten von Mertes die 3:2-Führung (6.). Der MTV startet gut ins Spiel, kann die Führung sogar ausbauen. Jahic bedient Luchmann stark am Kreis, der trifft zum 5:3 (10.).

Doch dann beginnt Guben, in der Abwehr anzuziehen, stellt die Wölfe damit vor Probleme. Ganze neun Minuten bleibt das Tor der Chemiker jetzt unberührt. Die gut gestaffelte Abwehr macht hinten dicht, den Rest erledigt der starke Torhüter Randy Müller im Kasten der Gäste. Guben dreht das Spiel, baut die Führung aus. Nach dem Nils Barsch in der 19. Minute die erste Wurfchance vereiteln kann und auch den zweiten Versuch entschärft kommt Guben ein drittes Mal zum Wurf - Ewersbach zum 5:8. Guben nutzt die Lücken jetzt besser aus, macht mit einem 5:0-Lauf aus dem 5:3 ein 5:8 (19.). 

In der 20. Minute trifft Ronny Lange per Siebenmeter wieder für den MTV, ein wichtiger Treffer, der den Wölfen wieder Mut gibt. Der Rückstand kann jetzt zunächst gehalten werden, Wünsdorf in Lauerstellung. In den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte verlässt das Spiel beidseitig aber seine handballerische Linie. Lange sieht nach einem Schubser die rote Karte vom Schiedsrichtergespann. "Das war unnötig", gesteht Lange nach dem Spiel. Kurz darauf kassieren Nowitzki und Nagel zwei Zeitstrafen, plötzlich stehen nur noch neun Feldspieler auf der Platte. Philipp geht auf Linksaußen durch, wird im Wurf unsaft gelegt, macht aber dennoch das Tor. Das zu diesem Zeitpunkt bereits völlig überforderte Schiedsrichtergespann Witczak/Götzelt gibt das Tor nicht. Statt Siebenmeter und einer Zeitstrafe kommt Guben so davon, Wünsdorf erhält einen Freiwurf. Eine glasklare Fehlentscheidung. Wünsdorf nach diesen turbulenten Minuten etwas neben der Spur, muss sich in der Pause wieder neu sortieren.

 

Halbzeitstand: MTV Wünsdorf 1910 - SV Chemie Guben 9:13

 

Auf der Tribüne ahnt Ex-Wolf Steven Werner nichts Gutes für den MTV. Werner, der heute wieder bei der SG Schöneiche spielt, tippt auf eine klare zweite Hälfte. "21:34 geht es am Ende aus, Guben dreht jetzt auf", seine Vermutung. 

In der zweiten Hälfte rückt Carsten Rakowski ins Wünsdorfer Tor. Nils Barsch tritt mit kurzer Hose und Feldspieler-Trikot aufs Feld, soll in der Abwehr am Kreis für die nötige Ordnung sorgen. Für die versucht aber zunächst Schiedsrichter Jürgen Götzelt zu sorgen. Nach einer weiteren strittigen Entscheidung regt sich MTV-Trainer Michael Löhnwitz über die schwache Leistung des Gespanns auf, sieht dafür den gelben Karton (38.). Auf der Platte ackert die junge Wünsdorfer Truppe sich weiter ins Spiel. Rakowski spielt einen Pass wie gemalt auf Hawaleschka. Der parkt schon am gegnerischen Kreis, nimmt den Ball auf, dreht sich und trifft zum 13:19 - ein Bilderbuch-Konter. Keine Minute später wiederholen beide Akteure diesen Spielzug, 14:19 (41.). 

barsch-buNach dem Guben drei Angriffe nacheinander über das Tor setzt, zieht Chemie-Chef Wolfgang Pötzsch die grüne Karte. Danach ist die Anspannung im Gäste-Team wieder hoch. Nowitzki, Rietschel und Burtchen treffen aus dem Rückraum. "Das hat mir schon gut gefallen. Da haben wir einige gute Aktionen gezeigt", so Pötzsch nach der Partie. Seine Truppe setzt sich jetzt Stück für Stück. Besonders Guben-Torhüter Randy Müller macht den Wölfen das Leben jetzt schwer, hält viele Würfe. Der Spielverlauf geht klar Richtung Guben-Sieg, doch trotzdem wird das Spiel nicht langweilig. 

Bei einem Angriff der Gäste wird Luchmann abseits des Balles übel gelegt, sackt verletzt zusammen. Die Gäste noch im Spielaufbau ohne Druck aufs Tor. Jeder rechnet mit einer Spielunterbrechung, doch das Gespann lässt weiterlaufen. Burtchen nutzt die fehlende Spannung aus, trifft zum 17:26. Während Götzelt sich schon wieder zur Mittellinie bewegt, gibt Witczak endlich die Chance, Luchmann zu behandeln - viel zu spät! Im Spiel fällt jetzt beidseitig die Spannung ab, dem MTV merkt man das Kräfte zehrende Spiel jetzt deutlich an. 

Kurz vor dem Ende will Guben aber noch den Oscar mit nach Hause nehmen. Burtchen bricht mit einem lauten Schrei zusammen. Drei Pässe später wird das Spiel unterbrochen. Weil Burtchen aber nicht den Pfiff bekam, den er sich erspielt hatte, steht er nach Blitzheilung auf und macht weiter. "Bei sowas frag ich mich dann auch immer was das soll", gibt selbst Guben-Trainer Pötzsch zu und sagt: "Aber da nehmen sich beide Teams nicht viel." 

Guben gewinnt am Ende klar mit 19:29. "Ich bin überrascht, dass es am Ende so deutlich wurde", sagt Pötzsch und MTV-Coach Löhnwitz fasst zusammen: "Wir konnten nicht an die Leistung der Vorwoche anknüpfen. Trotzdem hat die Mannschaft bis zur letzten Sekunde gekämpft. Guben hat heute klar gemacht, was sie wollen. Trotzdem ist das kein Beinbruch für uns, jeder hat gemerkt, dass die Einstellung stimmt." 

 

MTV Wünsdorf 1910 - SV Chemie Guben 19:29 (9:13)

 

MTV Wünsdorf 1910: Barsch, Rakowski - Altin, Jahic, Zurawski, J. Rackwitz, Hawaleschka, Lange, Mertes, Luchmann, Philipp

Chemie Guben: Horbynko, Müller - Pechmann, Kötteritzsch, Schirrmeister, Grudzinski, Böhme, Ewersbach, Nagel, Kalz, Pickert, Burtchen, Rietschel, Nowitzki

Schiedsrichter: Dieter Witczak (HV Calau), Jürgen Götzelt (SSV Lübbenau) - waren mit dem Spieltempo oft komplett überfordert, verloren in strittigen Szenen zu häufig den Überblick

Gelbe Karten: J. Rackwitz, Luchmann, Philipp, Löhnwitz - NAgel, Kötteritzsch

Zeitstrafen: 2:9 (Philipp, Lange - 3x Nowitzki, 2 x Nagel, 2x Burtchen, Rietschel, Ewersbach)

Rote Karten: Lange (MTV Wünsdorf wegen Unsportlichkeit) - Nowitzki (Guben wegen dritter Zeitstrafe)

 

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