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Eine lange Leidenszeit erfüllt sich mit immer mehr Lichtblicken. 

Kurz bevor MTV-Mittelmann Daniel Grau die Reha-Klinik in Bad Belzig verlassen darf, bekam er am Freitag nochmal Besuch von Trainer Michael Löhnwitz und Abteilungsleiter Denny Philipp. Mit getapten Knie spaziert Grau langsam neben den beiden her, freut sich über den Besuch. "Ich musste mich tapen lassen, weil mein Knie etwas dick wurde. Die Schwellung ist aber nichts schlimmes, sondern kommt von der steigenden Belastung, weil ich ja endlich wieder ohne Krücken laufen darf", erklärt Grau. 

grau-rehaGrau erzählt von seinem Tag, seiner Physio und seinem Heilungsverlauf. "Ich gehe vormittags zur Physiotherapie und mache Wassergymnastik", erzählt der Spanier. "Am Nachmittag geht es dann ins Fitnessstudio, aber das Programm ist eher für ältere Leute. Zu wenig für mich", grinst er. Kurze Zeit später erkennt ein älterer Mann am Nachbartisch den Wölfe-Spielmacher wieder. Er kam am gleichen Tag wie Grau in die Reha-Klinik. "Darfst du auch am Montag wieder nach Hause?", fragt der Mann. Grau baut ein Lächeln auf, antwortet erfreut mit "ja".

Morgen darf er die Reha verlassen und schmiedet Pläne für zuhause. "Wann ist Dienstag Training?", fragt er den Coach, "ich will mitmachen". Doch bis er ins Mannhschaftstraining einsteigt wird es wohl noch einige Wochen dauern. Von MTV-Keeper Ulf Klein bekommt er ein Fahrrad, mit dem will er wieder weiter trainieren. Auch während der Trainingseinheiten will Grau in der Halle sein, will einige Übungen machen, um wieder seine alte Beweglichkeit wiederzubekommen.

Der temperamentvolle Spanier würde am liebsten sofort wieder zurück aufs Feld. "Wann ist das erste Spiel? Ich bin dabei", sagt er ungeduldig, "im Oktober will ich wieder spielen". Philipp und Löhnwitz bremsen ihn, freuen sich aber über seinen Willen. "Wir werden dich ganz in Ruhe aufbauen", sagt Philipp. Für Grau geht es ab morgen auch darum, Selbstdisziplin zu zeigen und im eigenen Reha-Programm nicht zu überdrehen. Bis August will er sich vorbereiten, dann geht es für ihn in den Heimaturlaub. Barcelona und Mallorca sind seine Stationen, danach wird er weiter angreifen. Löhnwitz und Philipp erzählen ihm vom heimischen Training, aufmerksam hört er zu. Er hört, dass die Wölfe einen Torwart und einen Kreisläufer suchen. "Bringe ich aus Spanien mit", flachst Grau, "zur Not gehe ich an den Kreis. Ich spiele überall, Hauptsache ich kann wieder spielen".

grau-reha2Beim Spaziergang über das Reha-Gelände wirkt Daniel glücklich, dass es bergauf geht. Er läuft stabil, hat keine Schmerzen im Knie. Er grinst breit und auch Coach Löhnwitz und sein Co Philipp wirken zufrieden mit dem Heilungsverlauf. Grau verabschiedet sich mit einem "bis bald" und wird es sich wohl nicht nehmen lassen, bei der nächsten Trainingseinheit seine Mannschaft zu besuchen. Den Ball muss er zwar noch eine Weile liegen lassen, trotzdem will er beim Team vorbeigucken. Seine ehrgeizigen Comeback-Pläne will sein Trainer jedoch erst einmal beruhigen. "Oktober ist äußerst optimistisch. Ich würde mich da derzeit noch nicht auf einen Termin festlegen", so Löhnwitz. In erster Linie ist ihm ein behutsamer Aufbau des Spaniers wichtig. "Es bringt ja auch nichts, wenn er früh wieder da ist und dann nur drei Spiele macht und dann wieder kaputt ist. Dann lieber später einsteigen und dafür die komplette Rückrunde Gas geben", so der Coach weiter. Auf einen Termin will er sich bisher nicht festlegen. "Und wenn es eben November wird, ist es eben so. Mitte November halte ich für realistisch, dass werden wir dann aber festlegen, wenn es soweit ist". 

Bis dahin heißt es für die "spanische Sonne", sich weiter akribisch und geduldig aufzubauen um dann bald wieder voll anzugreifen.