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Und plötzlich war es stumm… Mit der Schlusssirene versetzte Germania Massen die Wölfe-Arena in Schockstarre. Der Jubel, der wenige Sekunde zuvor ausbrach, vereist. Enttäuschung und die ein oder andere Träne in den Gesichtern des MTV. Das Schlussbild eines sagenhaften Handballabends, an dem die Wölfe den Tabellenführer aus Massen moralisch und mental besiegten, sich nur nicht mit Punkten belohnten.

Das Vorspiel: Massen kommt als Tabellenführer in die Halle, hat von 15 Spielen erst eins verloren. Das Hinspiel gegen die Wölfe gewannen die Germanen mit zwei Toren, spielerisch war der Unterschied jedoch deutlicher. „Wir wussten aber, dass es hier schwer werden wird“, sagt Massen-Coach Roy Deininger über die Vorbereitung. Den seit vier Spielen sieglosen Wölfen merkte man vor der Partie an, dass sie nichts zu verlieren haben. Einzig den Tabellenführer ärgern, wäre eine feine Sache.

Ins Spiel: Wünsdorf startet mit Nils Barsch im Tor und Andreas Apel, Kilian Kerbs, Daniel Grau, Jan Reichert, Max Werner und Levent Altin auf dem Feld. Den Anfang verschlafen die Wölfe aber völlig. Florian Kaulbarsch eröffnet das Spiel nach 90 Sekunden mit einem Treffer vom Kreis. „Massen hat das clever gemacht, dass sie unsere Schläfrigkeit ausgenutzt haben und die leichten Tore vom Kreis erzielt haben“, bemängelt Trainer Denny Philipp die verpennte Anfangsphase. Nach sieben Minuten führen die Gäste mit 4:0. Keine Überraschung beim Blick auf die Tabelle. Erst nach siebeneinhalb Minuten platzt der Knoten durch einen Treffer von Werner.zappa-kreis

Mit der offensiven Deckung kommen die Wölfe jetzt besser zurecht, Kerbs legt von Rechtaußen quer, Werner schiebt von Linksaußen ein. Nur wenige Augenblicke später marschiert Ulf Seegebrecht durch die Abwehr, erzielt sein erstes Saison-Tor – 4:6 (11.). So richtig den Anschluss finden die Wölfe jedoch noch nicht. Erst nach der Auszeit in der 17. Minute (5:9) übernehmen die Wölfe das Kommando. „Wir haben uns an den Kampfgeist erinnert, den wir zeigen wollten“, sagt Philipp.

Tatsächlich spielt Wünsdorf nach der Ansprache stabiler, trifft über Grau sehenswert vom Kreis. Auch hinten steht der MTV deutlich besser. Im Tor zeigt Barsch eine gute Tagesform. Nach einer Parade legt er die Kugel mit einem langen Pass direkt in die Hände von Werner, der sich nur noch umdrehen muss und einlocht – 7:9 (19.). Über die starke Abwehr ackern sich die Wölfe ins Spiel. Grau klaut den Ball, Marius Luchmann spielt ihn lang auf Werner, der in der 22. Minute den Anschluss herstellt.

Massen-Coach Deininger hadert mit seiner Mannschaft. Zwei Siebenmeter in Folge bleiben erfolglos. Beim ersten trifft Martin Beer nur den Pfosten. Den zweiten versucht Tobias Hennig locker über Barsch zu heben, der sich im Stile eines Obstpflückers einhändig das Spielgerät greift. 20 Sekunden vor der Pause trifft Werner zum Ausgleich – ein wichtiger Treffer. Doch noch ist die Halbzeit nicht vorbei. Nach der Sirene bekommt Massen einen Freiwurf. Kaulbarsch findet die Lücke in der Abwehrwand, 12:13. Doch ein Rückstand zur Pause. „Wir konnten das hohe Tempo von Massen gut mitgehen, da wir einen ziemlich jungen Kader hatten. So konnten wir die Schläfrigkeit der Anfangsphase durch tollen Kampf wieder ausgleichen“, so Philipp

 

Halbzeitstand: MTV Wünsdorf - Germania Massen 12:13

 

Die Wölfe hätten wohl gern sofort weitergespielt, denn die Pause bringt einen Bruch ins Spiel. Wieder verschlafen die MTV-Handballer die Anfangsphase, sind offensiv nicht clever genug und kassieren zu viele Konter. Mit jedem Tor Rückstand wird die Paul-Schumann-Halle ruhiger. Immer weniger glauben die Zuschauer an die Überraschung. Bis zur 46. Minute bauen die Germanen den Vorsprung auf 16:24 aus, Philipp zieht die grüne Karte um wohl Schlimmeres zu verhindern.

Doch die Wölfe haben mehr vor, als Schadensbegrenzung. „Das war kämpferisch ganz stark, was Wünsdorf da gebracht hat“, lobt auch der Gäste-Trainer die Wölfe. Die Hausherren packen in der Abwehr an, lassen sich selbst von Unterzahl-Situationen nicht beeindrucken. Trotz einem Mann weniger erzielt Werner drei Tore nacheinander und zwingt Massen beim 21:25 zur grünen Karte.

timeoutDie Ansprache der Gäste egalisiert die MTV-Abwehr sofort. Barsch pariert, Werner kontert und macht sein viertes Tor in Folge – 22:25 (52.). Mit jeder Sekunde erhöhen die Wölfe den Druck und plötzlich glauben auch die Zuschauer an den Sieg. Drei Minuten vor dem Ende kassiert Grau eine Zeitstrafe, doch die Unterzahl ist den Wölfen egal. Barsch hält den Siebenmeter von Beer, Altin drückt die Kugel zum 24:26 ins Netz (57.).

Als Grau das Feld wieder betritt spielt Barsch einen langen Pass in die Hände des Spaniers, 90 Sekunden vor der Sirene hat der MTV wieder Anschluss an die Punkte – 26:27. Die Halle tobt, Massen wankt und verspielt ihre vermeintlich letzte Chance. 18 Sekunden vor Feierabend schraubt sich Leroy Ulbrich in die Luft, haut die Kugel in die Maschen – 27:27! Eine unglaubliche Aufholjagd sollte wohl doch noch mit einem verdienten Punkt enden. „Mit so einer Leistung bist du kein Verein, der um die Klasse kämpft, sondern einer, der vorn mitspielen sollte“, stellt Kilian Kerbs klar.

Doch als Tabellenerster hat man eben noch die nötige Packung Glück dabei. Zwei Sekunden vor dem Ende bekommt Massen einen Freiwurf. Wünsdorf ist eine Zehntelsekunde zu langsam, baut den Abwehrblock nicht undurchlässig genug auf. Beer schnappt sich die Kugel, setzt zum Hüftwurf an und lässt die Halle verstummen. 27:28!

trost„Ich war geschockt! Ich war so beeindruckt von diesem Kampfgeist offensiv wie defensiv. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, sagte Denny Philipp. Das sah Massen-Coach Roy Deininger nur bedingt so. „Wünsdorf hätte nicht nur einen, sondern alle beide Punkte heute verdient gehabt, der Kampf war beeindruckend“, so Deininger.

Massen gewinnt mit Glück in der Schlusssekunde und schockt den MTV. „Ich war emotional am Boden. Du kämpfst gegen den ersten und bringst ihn an den Rande einer Niederlage und kriegst dann in den letzten zwei Sekunden so ein Ding irgendwie in den Kasten“, sagte Kerbs und Keeper Nils Barsch empfand nach der Sirene nur noch „die pure Enttäuschung“.

 

MTV Wünsdorf - Germania Massen 27:28 (12:13)

Die Zahlen zum Spiel

 

MTV Wünsdorf: Barsch, Klein - Werner 13 (2/3), Kerbs 3, Grau 3, Altin 2, Luchmann 2, Ulbrich 2, U. Seegebrecht 1, Reichert 1, Zurawski, Apel, Fredrich, Karg

Germania Massen: Schmidt, Fröschke - Kaulbarsch 8, Beer 7 (2/5), P- Hennig 5, Walter 2, Meyer 2, Scholder 2, Bellisch 1, Toschka 1, Redmann, Richter, Geister, T. Hennig (0/1)

Schiedsrichter: Tobias Hiekel / Michael Nowak (Grünheider SV) – hatten die Partie voll im Griff und zeigten eine souveräne Leistung, verloren auch in der heißen Schlussphase ihre Linie nicht

Gelbe Karten: Werner, Kerbs, Grau – P. Hennig, Toschka

Zeitstrafen: 4:2 (2x Grau, Luchmann, Kerbs – Scholder, Kaulbarsch)

Rote Karten: -

Siebenmeter: 2/3 – 2/6

 

Die Bilder des Spiels

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