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Starke Mannschaftsleistung gegen Guben

Wölfe feiern Kampfsieg im Aufsteiger-Duell

... aber die Spieler meckern trotzem übers Ergebnis

lange wurf

von Conrad Hipp
Fotos: Julia Ehmig

Die Wünsdorfer Wölfe haben das Duell der beiden letzten Aufsteiger aus der Landesliga Süd gewonnen. Im Duell mit dem Tabellennachbarn Chemie Guben behielten die Wölfe mit 31:27 die Oberhand und blieben so weiter in Lauerstellung auf eine Spitzenplatzierung. Drei Spieltage vor Schluss haben die Wölfe weiterhin die Chance, noch Platz 4 in der Liga zu erreichen. Gegen die Grenzstädter hatte der MTV dabei einiges zu tun um den Sieg zu sichern, waren folgerichtig mit den Punkten, aber nicht mit dem Ergebnis zufrieden. Bester Werfer des Tages wurde Gubens Jan Rietschel mit 12 Treffern. Für die Wölfe traf Jan-Eike Albrecht acht Mal.

rackwitz abwehrNach dem die Wölfe das Hinspiel in Guben bereits gewonnen hatte, wollte das Rudel auch im Rückspiel punkten. Klar war: Gleicht Guben nach Siegen aus, ziehen die Grenzstädter vorbei und die Wölfe lassen im Rennen um eine Top-Platzierung wichtige Punkte liegen. Allerdings war der MTV auch hochmotiviert, den Kampf anzunehmen. Dabei mussten die Wölfe im Tor umbauen. Neben Carlo Hirsing stand Nils Andreas erstmals auf dem Protokoll eines Verbandsliga-Spiels, da Nils Barsch wegen einer Knieverletzung für den Rest der Saison ausfällt.

Dem MTV gehört der erste Ballbesitz. Mit einer gut organisierten Offensive schließen die Wölfe ab, Dirk Becker setzt sich nach 70 Sekunden über Halblinks durch, erzielt das 1:0. Die Gäste kommen unter dem Applaus der mitgereisten Fans schnell zurück, gleichen nur 40 Sekunden später aus. Der Startschuss zu einem intensiven Spiel, das schnell einen optischen Leckerbissen bietet. Die 6. Minute: Guben spielt ihren Linksaußen frei, der setzt zum Wurf an, legt den Ball in die Mitte zum Halbrechts Jan Rietschel. Der vollendet der Kempa-Pass sehenswert zum 3:3. Dennoch: Die Gubener laufen hinterher, können zwar ausgleichen, aber nicht die Führung erkämpfen. „Wir sind motiviert aus der Kabine gekommen und wollten von der ersten Minute an den Sieg holen. Das hat man früh im Spiel an unserem Auftreten gemerkt“, lobt Sven Neuendorf die Anfangsphase. Das bestätigt auch Trainer Matthias Wehlmann: „Ich hatte trotz ein paar Problemen in der Abwehr zu keiner Zeit das Gefühl, dass das Spiel kippen könnte, weil wir von Anfang bis Ende einfach konzentriert gespielt haben.“

Die Wölfe bieten den Gästen mit einer starken Mannschaftsleistung die Stirn. Allerdings hat die Abwehr Probleme, sich auf die gefährlichen Würfe aus der zweiten Reihe einzustellen. Auch wenn im Tor Hirsing einige Bälle wegnimmt, kassieren die Wölfe in Summe ein paar Tore zu viel aus dem Rückraum. „Respekt für diese Leistung. Die Mannschaft ist auf allen guten Positionen gut besetzt und technisch sehr gut ausgebildet. Sie haben uns das Leben ziemlich schwer gemacht. Wir hatten in der Anfangsphase echte Probleme in der Abwehr, da waren wir in der Mitte und auf den Halbpositionen nicht aufmerksam genug“, verteilt Wehlmann Lob und Kritik. 

Nach 17 Minuten beginnen die Wölfe, sich abzusetzen. Spielmacher Nils Seegebrecht erzielt das 9:6, danach gibt's den ersten Aufreger des Spiels. Das Schiedsrichtergespann Ingo Pauli / Jürgen Simms pfeift nach einem Fehlwurf von Jan Rietschel einen Siebenmeter für die Gäste. Rietschel selbst schaut verdutzt, kann es nicht glauben, dass es für diesen Einsatz tatsächlich einen Siebenmeter gab. Wehlmann: „Es war sehr schade, dass die Schiedsrichter sich nicht an das gehalten haben, was sie selbst in der technischen Besprechung im Vorfeld angekündigt hatten. Ich fande das Spiel alles andere als hart und mit einigen Entscheidungen wurde der Frust der Spieler etwas provoziert.“ Eine klare Fehlentscheidung, die glücklicherweise keinen Einfluss auf den Spielverlauf hat. Denn: Nach dem Rietschel den Siebenmeter selbst zum 9:7 verwandelt, treffen Jan-Eike Albrecht, der gerade in der Anfangsphase eine starke Perfomance zeigt (fünf der ersten zehn Tore von ihm) und Kreisläufer Justin Rackwitz zum 10:7 und 11:7 (19.). 

Nach 26 Minuten ist es Zeit für ein spätes Saison-Debüt. Torwart Andreas kommt für Hirsing, fügt sich gut in die Mannschaft ein, kassiert halbzeitübergreifend erst nach sieben Minuten seinen ersten Treffer. „Er hat seine Sache überragend gemacht. Ich war ehrlich gesagt überrascht, wie gut er die Sache gemacht hat“, so Wehlmann. Kurz vor dem Pausentee trifft Lars Baumann zum 15:12. Dirk Becker: „Wir hätten höher führen können, wenn wir nicht so viele Chancen vergeben hätten.“

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – Chemie Guben 15:12

Auch in der zweiten Hälfte beginnen die Wölfe couragiert. In der Abwehr stellt das Rudel um, zieht Seegebrecht nach vorn. „Das hat er sehr gut gemacht und Guben zu Fehlern gezwungen“, lobt Wehlmann. Man Nach einem Fehlwurf von Neuendorf bleibt Max Hawaleschka auf Rechtsaußen aufmerksam, fischt sich den Abpraller und bedient Dirk Becker am Kreis – 16:12, ein guter Start. Das Spiel bleibt intensiv auf beiden Seiten. „Guben war ein total fairer und angenehmer Gegner, daher habe ich einige Foulpfiffe absolut nicht verstanden“, so Becker zu einer harten, aber fair geführten Partie. Guben spielt mit, macht den Wölfen das Leben schwer und fordert vom Rudel eine Top-Leistung. Nach dem Guben wieder auf zwei Tore heran ist, kommt Hirsing zurück in die Box, fügt sich mit drei Paraden nacheinander top ins Spiel ein. Wehlmann: „Daumen hoch für beide Torhüter. Carlo hatte in der ersten Hälfte auch schon starke Aktionen, aber die Abwehr stand eben nicht gut. Als er wieder zurück aufs Feld kam, hatte er dann ein paar überragende Paraden gezeigt.“ 

baumannZur Mitte der zweiten Hälfte schwächt sich Guben aber selbst. Als Albrecht durch die Abwehr geht, wird er von Markolf Janeck im Gesicht getroffen. Ohne große Überlegungen zeigen ihm die Schiedsrichter die Rote Karte und schicken ihn vom Feld. Eine harte Entscheidung, die aber dennoch vertretbar ist. Neuendorf trifft den fälligen Siebenmeter zum 22:17 (43.). Nach einem Fehlwurf der Gäste schalten die Wölfe schnell um. Ronny Lange steigt aus dem Rückraum hoch, netzt zum 23:17 ein. Gerade in der zweiten Hälfte glänzt Lange mit gut ausgewählten Würfen und macht damit wichtige Tore. Neuendorf: „Im Angriff haben wir streckenweise sehr diszipliniert und sicher gespielt. Die Tore wurden gut herausgearbeitet.“ 

Guben versucht mit einer Manndeckung gegen den starken Spielmacher Seegebrecht zurück ins Spiel zu kommen, aber die Wölfe stellen sich auf diese taktische Maßnahme gut ein. Gleichzeitig agiert Guben in der Offensive zu langsam, lässt sich immer wieder sehr viel Zeit, so dass sogar passives Spiel droht. Kein richtiges Konzept für eine Aufholjagd. Die Schlussphase beginnt mit einem Wölfe-Lauf. Aus dem 25:21 wird binnen drei Minuten ein 28:22 (54.), das Spiel ist nun endgültig entschieden. Dann wirds kurios: Nach einem Fehlwurf rechnen alle Spieler mit einem Pfiff. Der Ball liegt auf der Sechsmeterlinie, Torwart Randy Müller wartet im Kreis auf die Entscheidung der Schiris. Auch die Spieler stehen neben dem Ball. Nur einer merkt, dass gar nicht gepfiffen wurde. Seegebrecht nimmt die Kugel auf, hebt ihn über den regungslosen Torwart ins Tor – Treffer zählt. Der Torschütze lachend: „Ich dachte auch erst, das Spiel ist unterbrochen, aber es kam ja kein Pfiff. Also hab ich es versucht und einfach den Ball gegriffen.“

Mit der Schlusssirene trifft Kilian Kerbs noch zum Endstand. Bei seinem erst zweiten Saison-Einsatz für die erste Mannschaft erzielt er seinen ersten Treffer dieser Spielzeit. Am Ende können die Wölfe einen sicheren 31:27-Sieg feiern, freuen sich über die zwei Punkte. Aber: Es gibt auch Kritik an der eigenen Wurfausbeute. Neuendorf: „Das Ergebnis hätte höher ausfallen können. Wir waren manchmal etwas überdreht und hektisch im Abschluss und haben ein paar Tore liegen lassen.“ Die Wölfe springen mit dem Sieg auf Rang 5, haben drei Spiele vor Schluss noch zwei Zähler Rückstand auf Platz 4 (HSG Schlaubetal) und vier auf Platz (TSG Lübbenau II). Am kommenden Samstag spielen die Wölfe bei Grün-Weiß Finsterwalde vor. Die Sängerstädter übernahmen am Wochenende wieder die Tabellenführung vom SC Trebbin. Der SC hat allerdings ein Spiel weniger (und einen Punkt). „Das Spiel gegen Guben hat uns gezeigt, was wir können. Es war wichtig, dass wir gewonnen haben“, zeigt sich der Coach optimistisch.

Wünsdorfer Wölfe – Chemie Guben 31:27 (15:12)

MTV Wünsdorf: Hirsing, Andreas – Albrecht 8, Neuendorf 5 (4/6), Lange 4, D. Becker 4, Baumann 3, N. Seegebrecht 3, J. Rackwitz 2, Kerbs 1, Hawaleschka 1, Wendland, T. Becker
Chemie Guben: Horbynko, Schulze, Müller – Rietschel 12 (5/5), Nowitzki 5, Klein 4 (0/1), Pechmann 2, Nagel 2, Lengauer 1, Janeck 1, Böhme
Schiedsrichter: Ingo Pauli/Jürgen Simms – pfiffen leider keine einheitliche Linie und verteilten trotz einer fairen Partie unnötig viele Zeitstrafen. Die Rote Karte gegen Guben war hart, aber eine vertretbare Entscheidung

Gelbe Karten: Lange – Pechmann, Klein, Nowitzki
Zeitstrafen: 7:6 (2x J. Rackwitz, 2x Albrecht, Wendland, T. Becker, Lange – 2x Nowitzki, Rietschel, Klein, Lengauer, Nagel)
Rote Karten: Markolf Janeck (Chemie Guben/44. wegen groben Foulspiels)
Blaue Karten: 

Siebenmeter: 4/6 (66,67%) – 5/6 (83,3%)
Wurfquote: 31/50 (62%) – 27/56 (48,2%)

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