Wölfe bei Twitter

Unentschieden gegen Spreewald-Reserve

Wölfe verzocken sicher geglaubten Sieg 

mtv abwehr

von Conrad Hipp 
Fotos: Julia Ehmig

Die Wünsdorfer Wölfe haben in der Verbandsliga Süd einen sicher geglaubten Heimsieg verspielt. Gegen den Tabellennachbarn HC Spreewald II kamen die Wölfe trotz zwischenzeitlichen Vorsprungs von sieben Toren nicht über ein 25:25-Unentschieden hinaus. Bester Werfer des Tages wurde Spreewald Jonas Jecke mit 12 Treffern. Für die Wölfe erzielte Tim Wendland sieben Tore. Mit den Erinnerungen an die knappe 17:18-Niederlage aus dem Hinspiel wollten die Wölfe nun daheim gegen den HC punkten. Dabei sollte das Rudel die Erfahrung machen, dass im Handball alles möglich ist.

wendy hcsDer erste Ballbesitz des Spiels gehört den Gästen, dennoch gehen die Wölfe schon nach 46 Sekunden mit 1:0 in Führung. Tim Wendland erzielt den ersten Treffer des Tages und deutet schon früh an, an die gute Leistung aus dem Spiel gegen Friedland, in dem er sich bereits treffsicher zeigte, anzuknüpfen. In der Abwehr baut der MTV von Beginn an eine stabile Abwehr auf. Der Weg ins Spiel geht über mannschaftliche Geschlossenheit. Dieser bringt die Hausherren nach 15 Minuten auch zu einem ersten Polster. Jan-Eike Albrecht kann mit einem Wurf aus dem Rückraum auf 8:5 erhöhen und stellt den Vorsprung somit erstmals auf drei Tore.

Auch in der Abwehr lässt Albrecht es krachen. In der 18. Minute gelingt ihm bereits der dritte Block eins Rückraum-Wurfs der Spreewälder. „Wir haben das Zentrum gut dicht bekommen. Die Spieler haben sich gegenseitig geholfen und wir haben gut verschoben“, lobt auch Trainer Matthias Wehlmann. Aus den guten Abwehraktionen entsteht ein schnelles Umschaltspiel. Wendland fängt einen Pass ab, nimmt sich kurz Zeit und spielt konzentriert den langen Ball auf Max Hawaleschka, der per Konter zum 10:6 trifft. Zur Pause führen die Wölfe mit fünf Toren und stellen die Weichen Richtung Sieg.

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – HC Spreewald II 14:9

hawa hcsAuch die zweite Halbzeit beginnt gut. Dem Anschein nach läuft die erste Hälfte einfach weiter. In der Abwehr stehen die Wölfe stabil, im Angriff werden die Angriffe gut aufgebaut und zu Ende gespielt. Als Sven Neuendorf Max Hawaleschka bedient und der auf 18:11 erhöht, ist der Sieg so gut wie fix – denken alle. Die Gäste verschieben ihre Abwehr nur ein wenig nach vorn. Dazu gelingen durch Pascal Würfel und Jonas Jecke zwei Tore, die den alten Rückstand wieder herstellen. „Die Mannschaft war plötzlich verunsichert. Der Ball lief nicht mehr so optimal. Die Zielstrebigkeit fehlte“, analysiert Wehlmann. Das Ergebnis: Die Wölfe produzieren Abspielfehler und Fehlwürfe. Tor für Tor arbeiten sich die Gäste heran. „Wir haben es versäumt, die Partie vorzeitig zu entscheiden und haben uns durch unnötige Zeitstrafen und Ballverluste selbst um den Sieg gebracht“, sagt Routinier Dirk Becker. Die Zeitstrafen stoßen auch Wehlmann übel auf. Der Coach: „Die waren unnötig, aber eben berechtigt. Wir haben es nicht verstanden, den Gegner frühzeitig loszulassen, nach dem wir ihn schon gestoppt haben. In dieser Phase waren wir etwas übermotiviert.“

Die Schlussphase bricht an. Spreewald Jecke zeigt sich weiterhin treffsicher von der Siebenmeterlinie, trifft auch seinen neunten und zehnten Versuch sicher und stellt so auf 24:22 und 24:23. Jecke bleibt cool, verwandelt von zehn Versuchen von der Linie alle zehn und nutzt es somit gut aus, dass dem Schiedsrichtergespann bei den Siebenmetern der Gäste, die Pfeife etwas lockerer sitzt. Vier Minuten sind noch auf der Uhr und die hektischen Minuten Richtung Schlusssirene sind eingeläutet. 

Albrecht bedient Dirk Becker am Kreis. Den Wurfversuch hält Spreewald-Keeper Nils Bullwinkel. Der Ball tänzelt kurz vor der Linie herum, geht am Ende nicht rein. Was vergessen wird. Zuvor hätte es einen Siebenmeterpfiff geben müssen, Becker wird im Wurf von zwei Spieler behindert. Während sich die Wölfe über den ausgebliebenen Pfiff aufregen, schaltet der HC schnell um. Im Tor behält Nils Barsch aber die Ruhe und hält die Führung fest. Kurz darauf gelingt Dennis Muschick jedoch doch das 24:24 – 76 Sekunden vor dem Ende.

carlo spreewald76 Sekunden – genug Zeit, um noch den Führungstreffer zu holen. Die Wölfe behalten zwar beim Spielaufbau die Ruhe, beim Blick auf die Uhr allerdings nicht. 34 Sekunden vor dem Ende bekommen die Wölfe einen Siebenmeter zugesprochen. Neuendorf trifft in der hektischen Schlussphase zum 25:24. Allerdings ist eben noch viel Zeit. Zu viel, um den Sieg zu sichern. Sieben Sekunden vor der Sirene macht Steven Schnitzer den Ausgleich. „Das ist natürlich ein verlorenen Punkt, weil wir uns den Sieg früher hätten sichern müssen. Leider hätte es bei der letzten Aktion noch einen Siebenmeter für uns geben müssen, womit wir noch die Siegchance gehabt hätten. Viel klarer geht es eigentlich nicht“, so Dirk Becker nach dem Spiel. 

Die letzten Sekunden verstreichen aber ohne Pfiff. Die Wölfe hätten den Sieg früher die Punkte eintüten müssen und kriegen am Ende nicht die Chance, ihre Schwächephase zu begradigen. Die letzte Aktion bringt noch reichlich Diskussionen mit sich. Schiedsrichter Dirk-Uwe Voigt und Wehlmann liefern sich einen lautstarken Austausch, die Wölfe sind sichtlich frustriert ob des vergebenen Sieges. Das Schiedsrichtergespann verliert nach der turbulenten Schlussphase nun völlig den Überblick und verabschiedet sich mit einem fragwürdigen Verhalten Richtung Kabine.

In der Tabelle bleiben die Wölfe auf Platz 5 und reisen am kommenden Wochenende mit einer Menge Wut im Bauch nach Trebbin. Der SC übernahm am Wochenende die Tabellenführung von Grün-Weiß Finsterwalde. 

Wünsdorfer Wölfe – HC Spreewald II 25:25 (14:9)

Wünsdorfer Wölfe: Barsch, Hirsing – Wendland 7, Albrecht 6, Neuendorf 5 (4/5), Lange 3, Hawaleschka 2, D. Becker 1, N. Seegebrecht 1, T. Becker
HC Spreewald II: Bullwinkel – Jecke 12 (10/10), Freimann 4, Würfel 4, Muschick 3, Orbanz 1, Schnitzer 1, Piehl
Schiedsrichter: Dirk-Uwe Voigt / Jürgen Frind – hatten in der ruhigen Phase des Spiels wenig strittige Szenen zu bewerten, zeigten das ein oder andere Mal vielleicht etwas verfrüht auf den Siebenmeterpunkt. Als die Partie in der Schlussphase hektisch wurde, verlor das Duo leider zunehmend den Überblick und die Ruhe übers Geschehen

Gelbe Karten: Neuendorf, D. Becker, N. Seegebrecht – Orbanz, Muschick
Zeitstrafen: 6:4 (2x N. Seegebrecht, Neuendorf, D. Becker, T. Becker, Lange – 2x Orbanz, 2x Piehl)
Rote Karten: –

Blaue Karten:

Siebenmeter: 4/5 (80%) – 10/10 (100%)
Wurfquote: 25/44 (56,8%) – 25/56 (44,65%)