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Starke Mannschaftsleistung trotz Personalmangels

Wölfe überflügeln Friedland

jubel friedland

 von Conrad Hipp

Die Wünsdorfer Wölfe konnten in ihrem 14. Spiel der Saison den siebten Sieg einfahren. Beim 30:23-Erfolg beim SSV Rot-Weiß Friedland glänzte das Rudel dabei mit einer stark geschlossenen Mannschaftsleistung und einer kollektiven Abwehr. Der MTV schiebt sich in der Verbandsliga Süd wieder auf Platz 5 vor. Bester Werfer der Tages wurde Friedlands Tobias Bannert mit zehn Treffern, für die Wölfe erzielte Tim Wendland sieben Tore.

neuendorf becker abwehrBesonders für den Kräftehaushalt der Wölfe sollte der Auftritt in Beeskow eine Herausforderung werden. Mit nur drei Feldspielern auf der Bank wir die Partie beim Tabellenzehnten zur Ausdauerprobe. Was den Wölfen an diesem Tag in die Karten spielt ist, dass das Spiel mit mäßigem Tempo beginnt. Friedland baut in Ruhe den ersten Angriff auf, vertrödelt den Ball. Wölfe-Keeper Nils Barsch schaltet schnell um, bedient Tim Wendland mit einem langen Pass – 0:1 (2.). Beim nächsten Angriff der Hausherren, gleiches Spiel. Ballverlust, Barsch lang auf Wendland – 0:2 (3.). Dann sind die Hausherren wieder dran, bauen wieder ihr Offensivspiel auf. „Ich saß da ewig auf der Bank und wollte endlich ins Spiel, konnte aber erst nach sechs Minuten rein“, erzählt Spielmacher Nils Seegebrecht, der im rumänischen Wechsel mit Justin Rackwitz den Spielaufbau der Wölfe leiten sollte, aber aufgrund der Konter und des langen Angriffs der Gastgeber erst ungewohnt spät zum Zug kommt. „Wir haben über eine gute Deckung von Beginn an dominiert und eine starke Mannschaftsleistung gezeigt“, resümiert Dirk Becker.

Während Friedland versucht, effektive Würfe zu kreieren, konzentrieren sich die Wölfe in der Anfangsphase auf die Abwehr und das Umschaltspiel. Friedland produziert in der Anfangsphase zwar viele Tormöglichkeiten, die Quote allerdings ist schlecht. Die Abwehr der Wölfe ist extrem gut gestaffelt, macht die Würfe der Rot-Weißen zu halbgaren Flugobjekten. Alles, was sonst durchkommt, entschärft Barsch im Tor. So konnten die Wölfe von ihren ersten 15 Würfen zehn im Tor unterbringen, Friedland lediglich vier. Allein in der ersten Hälfte stehen 21 Fehlwürfe auf dem Zettel der Gastgeber, nur sieben Bälle gingen ins Tor. Der MTV zeigt sich zwar nicht so wurfaktiv, aber dafür mit einer besseren Ausbeute. Die Wölfe werfen acht Bälle weniger aufs Tor, treffen aber dafür deutlich besser (nur sechs Fehlversuche).

Halbzeitstand: Rot-Weiß Friedland – Wünsdorfer Wölfe 7:13

Auch in der zweiten Hälfte haben die Wölfe das Spiel im Griff. Konzentriert werden die Angriffe aufgebaut und gut untergebracht. Besonders das Spiel über die Außenspieler funktioniert stark. Immer wieder werden Max Hawaleschka und Tim Wendland in Szene gesetzt. Das Wurfglück, welches beiden in den vergangenen Woche etwas fehlte, haben heute vollends im Griff. „Es war schön zu sehen, mal wieder zu sehen, wie die gesamte Mannschaft Spaß am Handball hat. So ein Spiel haben wir gebraucht“, sagt Hawaleschka. Auch nach dem Spiel haben beide sichtlich gute Laune, nehmen Glückwünsche für die starke Leistung gern entgegen.

Zwar kann Friedland zwischenzeitlich auf 10:14 verkürzen (35.), aber das bleibt eine Momentaufnahme. „Wir sind dizipliniert aufgetreten und haben uns durch präzises Spiel gute Möglichkeiten erarbeitet. In der zweiten Hälfte haben wir in der Abwehr etwas nachgelassen“, sagt Sven Neuendorf, „aber das konnten wir mit einer guten Torausbeute ausgleichen.“ Der Stimmung tut das keinen Abbruch. Trotz des Rückstandes sind die heimischen Fans mit dabei. Unterstützt werden sie an diesem Tag vom sächsischen Fußballklub SSV Neuhausen, der sein Trainingslager in Friedland bezog und einen Ausflug zum Handball unternimmt. 

In der zweiten Hälfte hadern die Gastgeber immer wieder mit einigen Schiedsrichterentscheidungen. Auch wenn das Spiel beidseitig komplett fair abläuft, bekommen die Wölfe im zweiten Spielabschnitt fünf Siebenmeter zugesprochen. Pech für die Hausherren, denn nicht alle Siebenmeter hätten zwangweise gepfiffen werden müssen. Auf den Spielverlauf hat dies jedoch keinen Einfluss mehr, weil die Wölfe offensiv einfach einen Schritt schneller und deutlich kreativer sind. 

hawa friedlandZehn Minuten vor dem Ende können die Wölfe durch Lars Baumann auf 17:26 erhöhen. Nils Seegebrecht bereitet noch seinen zehnten Treffer des Tages vor, Wendland erzielt mit seinem sechsten Tagestreffer das 20:29. Danach flacht das Spiel ab, weil die Wölfe zurückschalten. Friedland kann so in den letzten Minuten verkürzen. „Das einzige Manko war, dass wir ein paar Hundertprozentige haben liegen lassen, sonst wäre der Sieg deutlich höher ausgefallen. Trotzdem muss man in den Vordergrund rücken, dass wir heute eine sehr gute Mannschaftsleistung abgerufen haben,“ sagt Becker und Neuendorf fügt hinzu: „Wir haben bewiesen, dass wir wieder zusammen gewachsen sind und wieder Spaß am Spiel haben.“

Die Wölfe arbeiten sich wieder auf den 5. Platz der Liga vor, stehen mit 17 Punkten mittlerweile nur noch drei Punkte hinter Platz 3 der engen Südstaffel. Am 17. März empfängt das Rudel den HC Spreewald II im Wolfsrevier. Der HCS liegt mit nur zwei Punkten weniger als der MTV auf Platz 7.

Rot-Weiß Friedland – Wünsdorfer Wölfe 23:30 (7:13)

Rot-Weiß Friedland: Otto, Semrau – Bannert 10, P. Korau 6, Alisch 3 (1/1), J. Korau 2, Schreiber 2, Hallasch, Gordziel, Fussan, Salomon, Breske
MTV Wünsdorf 1910: Barsch, Hirsing – Wendland 7, Albrecht 6, Hawaleschak 5, Neuendorf 5 (3/5), D. Becker 4 (1/1), Baumann 2, N. Seegebrecht 1, Kerbs (0/1), J. Rackwitz
Schiedsrichter: Michael Strätz / Michael Rochlitz – leiteten unauffällig und sicher das Spiel, hatten kaum strittige Szenen zu entscheiden

Gelbe Karten: Hallasch, J. Korau – J. Rackwitz, Wendland
Zeitstrafen: 
4:3 (2x Schreiber, Hallasch, J. Korau – J. Rackwitz, D. Becker, Albrecht
Rote Karten: 
Blaue Karten: 

Siebenmeter: 1/1 (100%) – 4/7 (54,14%)
Wurfquote: 23/53 (43,39%) – 30/49 (61,22%)