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Erster Sieg 2018

Arbeitssieg bringt Wölfe wieder in die Spur

abwehr calau

von Conrad Hipp

Fotos: Julia Ehmig, Tom Nerlich, Andreas Krüger

Die Wünsdorfer Wölfe konnten endlich ihren ersten Sieg im Jahre 2018 feiern. Durch den 33:31-Erfolg gegen den HV Calau können die Wölfe zudem in dieser Saison nicht mehr absteigen. Gegen Calau mussten sich die Wölfe aber über 60 Minuten den Sieg hart erarbeiten. Dabei konnten die Wölfe bei der Rückkehr in die Paul-Schumann-Halle wieder zu ihrem strukturierten Angriffsspiel zurück finden, was sie zuletzt vermissen ließen. Bester Werfer wurde Calaus Nico Lehmann mit 15 Toren, für die Wölfe erzielte Sven Neuendorf zehn Treffer.

Im Frühjahr 2012 gab es in der Paul-Schumann-Halle letztmals Verbandsliga-Handball. Nach dem damaligen Aufstieg in die Brandenburgliga und drei Jahren in der Landesliga fanden die bisherigen Heimspiele nach dem Wiederaufstieg in Dabendorf oder Baruth statt. Nach den Umbauarbeiten an der heimischen Arena wollten die Wölfe im ersten wirklichen Heimspiel dieser Saison die zuletzt schwache Leistung bei der Derbyniederlage in Dahlewitz wieder gerade rücken.

becker calauSchon nach 30 Sekunden erzielt Jan-Eike Albrecht das erste Heim-Tor 2018. Nach dem Ausgleich zum 1:1 von Ralf Rexhäuser setzen sich die Wölfe schon früh in der Partie ab. Sven Neuendorf, Ronny Lange und Max Hawaleschka stellen den Spielstand fix auf 4:1 (5.). „Es war schön zu sehen, dass wir unser Konzept im Angriff wieder gefunden haben und das auch fast über das gesamte Spiel zeigen konnten“, lobt auch Trainer Matthias Wehlmann das Auftreten des Teams. Schon früh stellen sich die Wölfe aber defensiv vor höhere Aufgaben. In der 7. Minute kassiert Tim Becker die erste von insgesamt neun Zeitstrafen. 

Zudem spielen die Gäste mit und wehen nicht nach vier Gegentoren mit weißen Fahnen. Der sportlich Tabellenletzte hat zwar in dieser Saison erst zwei Punkte sammeln können, tritt allerdings keineswegs wie ein chancenloser Träger der Roten Laterne auf. Allen voran Nico Lehmann, der Top-Torjäger der Liga, sucht immer wieder die direkte Eins-zu-eins-Situation und erarbeitet sich so insgesamt 13 Tore aus dem Feld. „Wir haben uns da teilweise zu plump angestellt, standen nicht immer richtig zum Gegner und sind oft auch einfach zu spät herausgetreten“, bemängelt Wehlmann. 

hirsing calauSomit wird die Vorentscheidung über die Punktevergabe vertagt. Die Wölfe stellen durch Lange den Vorsprung beim 17:12 (25.) erstmals auf fünf Tore, kurz darauf erzielt Nils Seegebrecht das 19:13 und bringt damit kurz vor der Pause den höchsten Vorsprung des Spiels. Dabei hätte kurz vor der Pause das Spiel auch hätte kippen können. Durch die zögerlichen Abwehraktionen handeln sich die Wölfe allein in den letzten drei Minuten vor der Pause vier Zeitstrafen ein, können aber die phasenweise dreifache Unterzahl clever verteidigen.

Halbzeitstand: Wünsdorfer Wölfe – HV Calau 20:15

Mit einem 3:1-Lauf starten die Gäste stark in die zweite Hälfte. Spätestens als Christopher Faatz zum 21:18 trifft (34.), ist die Punktejagd wieder völlig offen. Calau kommt selten über die Außenspieler, ist aber dadurch in der Mitte sehr effektiv. Bei den Wölfen verteilen sich die Torschützen mehr über die Breite des Feldes. „Ich freue mich, dass unsere Außenspieler heute gut das Tor getroffen haben“, sagt Wehlmann. Zuletzt haderten gerade Tim Wendland und Max Hawaleschka immer wieder mit vielen Fehlwürfen, traten an diesem Tag jedoch deutlich treffsicherer auf. 

neuendorf schiriDie Wölfe stellen sich der Aufgabe, lassen sich auch von den vielen Zeitstrafen nicht beeindrucken. In einem engen Spiel kommt zwar Spannung, jedoch wenig Gift und Unruhe auf. Hektik wird auch vom Schiedsrichtergespann Kathrin Kittel und Uwe Wallner von Beginn an unterbunden. Mit einer klaren Struktur und einem angenehm Auftreten werden Unklarheiten und Fragen zu Zeitstrafen direkt auf dem Feld kurz und knapp erklärt. Eine gute Taktik, die von Beginn an jede Proteststimmung von Spielern, Trainern oder Zuschauern im Keim erstickt. „Mir hat die Kommunikation sehr gut gefallen. Das war ein sehr angenehmer Umgang“, wollte auch Wehlmann die Leistung betonen. 

So sollte auch eine spannende Schlussphase sortiert bleiben. Die Wölfe können nach dem Aufbäumen der Gäste den Vorsprung zunächst wieder auf fünf Tore ausbauen. „Bis zur 50. Minute haben wir nur 24 Tore kassiert. Das ist in Anbetracht der vielen Zeitstrafen okay“, resümiert Routinier Dirk Becker. Nach dem Lange seine starke Leistung aus dem Rückraum mit seinem siebten Treffer des Tages krönt (29:24), beginnen die besagten letzten zehn Minuten mit seiner dritten Zeitstrafe und dem damit verbundenen Feldverweis. Dann lassen die Wölfe nach. Die Gäste schaffen es jedoch nicht, diesen Vorteil noch in eine Überraschung umzumünzen, weil der zwingende Druck in der Offensive dann doch fehlt. Calau spielt mit die letzten zehn Minuten mit dem gleichen Druck wie die ersten 50, erzwingt in der Schlussphase zu wenig die Aufholjagd.

So reicht es am Ende für die Wölfe zu einem 33:31-Sieg. „Es war ein klassischer Arbeitssieg gegen einen Tabellenletzten, der wirklich gut und diszipliniert gespielt hat“, findet Dirk Becker auch lobende Worte für den Gegner. „Wir haben uns das Leben durch die vielen Zeitstrafen selbst etwas schwer gemacht. Dadurch konnten wir in der Abwehr oft nicht wie gewünscht agieren. Mit der Offensivleistung können wir dennoch zufrieden sein. Es war wichtig, dass wir dort wieder zurück in die Spur finden konnten“, sagt Wehlmann.

lange calau

Wünsdorfer Wölfe – HV Calau 33:31 (20:15)

Die Zahlen zum Spiel

MTV Wünsdorf 1910: Barsch, Hirsing – Neuendorf 10 (3/3), Lange 7, N. Seegebrecht 6, Wendland 3, Albrecht 3, Hawaleschka 2, D. Becker 1, Baumann 1, J. Rackwitz, T. Beckerm Vikhrov
HV Calau: Jauer, Gittig – Lehmann 15 (2/5), Rexhäuser 8 (2/2), Faatz 6, Schramm 2, Sündermann, Marcinkowski, Konzack
Schiedsrichter: Kathrin Kittel / Uwe Wallner – zeigten von Beginn an eine klare Linie und zogen ihre Struktur bis zum Schluss durch, machten durch ihre kommunikative und geerdete Art das Spiel für alle Beteiligten sehr angenehm.

Gelbe Karten: Albrecht, T. Becker – Schramm
Zeitstrafen: 9:3 (3x Lange, 2x T. Becker, J. Rackwitz, Albrecht, Neuendorf, Baumann – 2x Faatz, Rexhäuser)

Rote Karten: Lange (MTV Wünsdorf/52. wegen dritter Zeitstrafe)
Blaue Karten: – 

Siebenmeter: 3/3 (100%) – 4/7 (57,14%)
Wurfquote: 33/53 (62,26%) – 31/57 (54,39%)